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Alina Vogt Fördermittelberatung
Alina Vogt ist beim GVP im Fachbereich Bildung tätig und widmet sich dort schwerpunktmäßig den Themen Beschäftigtenqualifizierung, Fördermittel und Inklusion. Sie begann ihre Tätigkeit im September 2023 beim Vorgängerverband "iGZ". Zuvor arbeitete sie mehrere Jahre lang als Standortleiterin eines Weiterbildungsanbieters. Ihr Studium schloss sie mit einem Master in Angewandten Sprachen und internationalem Management M.A. ab.
Telefon: +49 30 206098-5619E-Mail
Welche Rolle spielt Personalentwicklung bei Lorenz Personal?
Thomas Schneider: Personalentwicklung ist bei uns kein Zusatzthema, sondern ein strategischer Bestandteil unseres Geschäftsmodells. Fachkräftesicherung funktioniert aus unserer Erfahrung nicht allein über Recruiting. Wir müssen Menschen entwickeln – fachlich, persönlich und zunehmend auch digital. Deshalb haben wir über die Jahre unser Portfolio erweitert und zwischenzeitlich mit der PersoAlto Akademie auch einen eigenen Bildungsträger aufgebaut. Gleichzeitig bieten wir Qualifizierungs- und Coachingangebote nicht nur für interne und externe Mitarbeitende, sondern auch für Kundenunternehmen an.
Sandra Krafft: Aus der persönlichen Perspektive kann ich das bestätigen. Ausbildung und Entwicklung haben bei Lorenz Personal traditionell einen hohen Stellenwert. Ich habe selbst hier meine Ausbildung gemacht und danach weitere Entwicklungsschritte gehen können. Diese Offenheit gegenüber Weiterbildung ist fest im Unternehmen verankert – sowohl für interne als auch für externe Mitarbeitende.
Sie haben einen eigenen Bildungsträger und engagieren sich gleichzeitig im Nürnberger Qualifizierungsverbund, um externe Mitarbeitende durch Teilqualifizierung weiterzubilden. Wie kam es zu dieser Ausrichtung und gab es nicht auch Bedenken, einen eigenen Kandidaten oder eine Kandidatin zu jemand anderem zu schicken?
Thomas Schneider: Diese Entscheidung war keineswegs selbstverständlich. Natürlich gab es anfangs Bedenken: Was passiert, wenn wir einen Kandidaten für eine Teilqualifizierung an einen anderen Bildungsträger oder sogar an einen anderen Personaldienstleister geben? Diese Sorge ist real. Funktionieren kann das nur auf Basis von Vertrauen und klaren Spielregeln.
In der Region Nürnberg arbeiten wir seit Jahren eng zusammen. Die Kultur hat sich verändert: Weg vom Abschotten hin zu mehr Offenheit und Kooperation. Hinzu kommt, dass wir selbst andere Schwerpunkte setzen – etwa auf individuelles Coaching. Für technisch orientierte Teilqualifizierungen fehlen uns teilweise Maschinen und Infrastruktur. Das leisten spezialisierte Bildungsträger besser.
Sandra Krafft: Zusätzlich gibt es im Qualifizierungsverbund verbindliche Absprachen. Vertrauen allein reicht nicht. Es gibt vertragliche Regelungen, auf die sich alle Beteiligten geeinigt haben. Das schafft Sicherheit, gerade am Anfang. Rückblickend können wir sagen: Über die Jahre ist eine sehr stabile Zusammenarbeit entstanden.
Wie reagieren Ihre Zeitarbeitskräfte auf das Angebot einer Teilqualifizierung?
Sandra Krafft: Viele reagieren zunächst überrascht. Teilqualifizierung verbinden viele nicht automatisch mit Zeitarbeit. Häufig handelt es sich um Menschen, die auf Helferniveau arbeiten, aber langfristig mehr wollen. Die Aussicht, schrittweise einen anerkannten Berufsabschluss zu erlangen, ist für viele ein entscheidender Motivationsfaktor.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist der integrierte Deutschunterricht. Häufig scheitert Beschäftigung nicht an der fachlichen, sondern an der sprachlichen Ebene. Das im Rahmen der Teilqualifizierung erreichte Sprachniveau wirkt sich spürbar auf die Arbeitsmarktchancen aus.
Können Sie ein konkretes Praxisbeispiel schildern?
Sandra Krafft: Ein Kandidat hat zwei Module der Teilqualifizierung zum Industriemechaniker absolviert. Die Inhalte konnte er direkt in der betrieblichen Praxisphase der TQ anwenden. Nach diesem Praktikum wurde er zunächst im Rahmen der Arbeitnehmerüberlassung im gleichen Unternehmen eingesetzt. Nach einer zwischenzeitlichen Auftragsflaute konnten sie ihn nicht mehr halten und wir haben ihn an ein weiteres Unternehmen überlassen, das ihn schließlich übernommen hat. Ohne die Teilqualifizierung wäre dieser Weg nicht möglich gewesen.
Thomas Schneider: Dieses Beispiel zeigt auch unsere Rolle als Personaldienstleister: Menschen Türen zu öffnen, die ihnen allein verschlossen geblieben wären. Teilqualifizierung schafft Sicherheit – fachlich und persönlich. Viele erleben erstmals wieder Erfolg in einem Lernsetting.
Wie begleiten Sie die Teilnehmenden während der Qualifizierung?
Sandra Krafft: Die Begleitung ist engmaschig. Ich stehe regelmäßig im Austausch mit den Teilnehmenden und den Bildungsträgern, bin vor Ort, führe Gespräche und behalte Entwicklung, Anwesenheiten und Lernfortschritte im Blick. Wichtig ist, früh zu reagieren, wenn Schwierigkeiten auftreten. Niemand wird in dieser Phase allein gelassen.
Zusätzlich arbeiten wir mit visualisierten Laufbahnplänen. Gemeinsam mit den Teilnehmenden wird dargestellt, welche Schritte wann folgen. Das schafft Orientierung und Sicherheit.
Lohnt sich Teilqualifizierung auch aus wirtschaftlicher Sicht?
Thomas Schneider: Teilqualifizierung ist für uns vor allem eine mittel- und langfristige Investition. Mit qualifizierten Mitarbeitenden erweitern sich die Einsatzoptionen, während Kundenbeziehungen langfristig gefestigt werden. Gleichzeitig stärkt das Engagement unsere Glaubwürdigkeit gegenüber Kunden und der Agentur für Arbeit. Es entsteht eine belastbare Zusammenarbeit, die über reine Formalien hinausgeht.
Welche Herausforderungen sind Ihnen begegnet?
Sandra Krafft: Die größte Herausforderung liegt weniger in der Fachlichkeit als in der Organisation. Die Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Beteiligten muss koordiniert werden: Teilnehmende, Bildungsträger, Kundenunternehmen und Agentur für Arbeit. Hinzu kommen Fragen der Vereinbarkeit von Arbeit und Lernen sowie Unsicherheiten hinsichtlich der Perspektive. Nicht alle Teilnehmenden beenden die Qualifizierung. Dafür braucht es Ehrlichkeit und manchmal auch die Entscheidung, einen anderen Weg einzuschlagen.
Thomas Schneider: Wichtig ist, realistische Erwartungen zu haben. Teilqualifizierung ist kein Schnellläufer – aber sie öffnet Türen, die sonst verschlossen bleiben. Es ist auch kein kurzfristiges Geschäftsmodell. Sie erfordert Geduld, Netzwerkpartner und eine enge Begleitung der Menschen. Wer Perfektion erwartet, kommt nicht ins Handeln.
Was würden Sie anderen Unternehmen mit auf den Weg geben?
Thomas Schneider: Anfangen. Netzwerke nutzen, passende Partner suchen und pragmatisch bleiben. Teilqualifizierung funktioniert nicht isoliert, sondern nur im Zusammenspiel vieler Akteure.
Sandra Krafft: Und nah an den Menschen bleiben. Vertrauen, Transparenz und Verlässlichkeit sind entscheidend.
Das GVP-Mitgliedsunternehmen Lorenz Personal mit Sitz in Nürnberg ist seit mehr als 40 Jahren in unterschiedlichen Bereichen der Personaldienstleistung tätig und beschäftigt derzeit rund 35 interne Mitarbeitende sowie etwa 250 externe Mitarbeitende. Personalentwicklung ist dabei seit vielen Jahren ein fester Bestandteil der Unternehmenspraxis – sowohl mit Blick auf die internen Beschäftigten als auch auf Zeitarbeitskräfte.
Mit dem Aufbau eines eigenen AZAV-zertifizierten Bildungsträgers sowie der aktiven Beteiligung am Qualifizierungsverbund Nürnberg verfolgt Lorenz Personal einen kooperativen Ansatz in der Qualifizierung. Der Qualifizierungsverbund ist ein regionaler Zusammenschluss von Personaldienstleistern, Bildungsträgern und der Agentur für Arbeit mit dem Ziel, Zeitarbeitskräfte durch Teilqualifizierungen schrittweise an einen anerkannten Berufsabschluss heranzuführen.
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