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29.05.2026
Über den Autor
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Tobias Hintersatz Verbandskommunikation

Tobias Hintersatz ist beim GVP im Fachbereich Kommunikation tätig und widmet sich dort schwerpunktmäßig den Bereichen Pressearbeit, Redaktion und Social Media. Der studierte Politologe und Kommunikationswissenschaftler ist seit 2018 beim Vorgängerverband BAP und nun beim GVP beschäftigt. Zuvor war er u.a. in einem Unternehmen aus der Gesundheitswirtschaft sowie einem Architektenverband für die Kommunikation verantwortlich.    

Telefon: +49 30 206098-5216
E-Mail

Arbeitsmarkt im Mai: Saisonbereinigter Rückgang nach starkem Anstieg im April

Der deutsche Arbeitsmarkt zeigt im Mai 2026 zwar eine gewisse Entspannung bei der Arbeitslosigkeit – diese ist jedoch weitgehend auf einen Nachholeffekt nach dem schwächeren April zurückzuführen. Die konjunkturelle Lage bleibt angespannt: Der Iran-Krieg bremst die wirtschaftliche Erholung, die Arbeitskräftenachfrage verharrt auf niedrigem Niveau, und ein nachhaltiger Aufschwung am Arbeitsmarkt ist weiterhin nicht in Sicht.

Arbeitslosigkeit gesunken – saisonbereinigt aber nur Nachholeffekt

Die Zahl der Arbeitslosen ist im Mai gegenüber dem Vormonat um 58.000 auf insgesamt 2,950 Millionen Menschen gesunken. Wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) mitteilte, errechnet sich saisonbereinigt ein Rückgang um 12.000. Dieser Wert ist jedoch mit Vorsicht zu interpretieren: Im April war die saisonbereinigte Arbeitslosigkeit bedingt durch die Lage der Osterferien spürbar gestiegen. Im Durchschnitt der beiden Monate April und Mai zeigt sich in den saisonbereinigten Daten weiterhin eine leicht ansteigende Tendenz. Gegenüber dem Vorjahresmonat lag die Gesamtzahl der Arbeitslosen um 31.000 höher. Die bundesweite Arbeitslosenquote sank auf 6,3 Prozent und lag damit um 0,1 Prozentpunkte über dem Vorjahresniveau.

Stellenmarkt stabilisiert sich auf niedrigem Niveau

Die Nachfrage nach neuen Arbeitskräften bleibt trotz leichter Zuwächse weiter schwach. Im Mai waren 643.000 offene Stellen bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldet, 8.000 mehr als im Vorjahresmonat, und der Stellenbestand hat sich auf niedrigem Niveau gefangen und stabilisiert. Ein breiter Aufwärtstrend ist weiterhin jedoch nicht erkennbar. Die Erwerbstätigkeit in Deutschland sank im April gegenüber dem Vormonat um 5.000 auf 45,75 Millionen Personen. Im Vergleich zum Vorjahr fiel der Rückgang mit 189.000 weniger Erwerbstätigen (-0,4 Prozent) deutlicher aus. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung stieg im März 2026 um 9.000 an – zum ersten Mal im vergangenen halben Jahr.

Kurzarbeit: Niveau leicht erhöht, Anzeigen stabil

Die Inanspruchnahme von Kurzarbeit bleibt im längerfristigen Vergleich leicht erhöht. Vom 1. bis 25. Mai wurde für rund 26.000 Beschäftigte konjunkturelle Kurzarbeit angezeigt, nach 28.000 im vergleichbaren Zeitraum des Vormonats. Für März 2026 wurde nach vorläufigen Hochrechnungen für 151.000 Beschäftigte Kurzarbeitergeld gezahlt. Das waren 1.000 weniger als im Vormonat und 113.000 weniger als ein Jahr zuvor. Die Kurzarbeiterquote lag damit bei 0,4 Prozent.

Zahl der Beschäftigten in der Zeitarbeit steigt an

Auch die Zeitarbeitsbranche spürt die konjunkturelle Schwäche weiterhin deutlich. Nach aktuellen Angaben der Bundesagentur für Arbeit waren im März 2026 523.700 Personen sozialversicherungspflichtig in der Arbeitnehmerüberlassung beschäftigt. Das entspricht einem Zuwachs von 2,0 Prozent gegenüber dem Vormonat. Im Jahresvergleich zeigt sich jedoch ein spürbarer Abwärtstrend: Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in der Zeitarbeit sank gegenüber dem Vorjahresmonat um 5,7 Prozent.

Perspektive: Trendwende am Arbeitsmarkt bleibt aus

Die vorliegenden Frühindikatoren deuten darauf hin, dass sich am Arbeitsmarkt in näherer Zukunft die Entwicklung der letzten Zeit tendenziell fortsetzen dürfte. Das IAB-Arbeitsmarktbarometer stieg im Mai zwar leicht um 0,1 auf 99,6 Punkte, verbleibt damit aber weiter etwas unterhalb der neutralen Marke. Eine nachhaltige Erholung des deutschen Arbeitsmarktes hängt weiterhin maßgeblich von der konjunkturellen Entwicklung, der weiteren Eskalation oder Entspannung im Iran-Konflikt sowie einer spürbaren Belebung der Binnennachfrage und Investitionstätigkeit ab.

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