Noch keinen Zugang? Dann jetzt persönliche Zugangsdaten anfordern oder Mitglied werden und Ihren Zugang zu allen GVP+ Inhalten sichern.
Dieser Inhalt steht ausschließlich Fördermitgliedern zur Verfügung.
Dieser Inhalt steht ausschließlich ordentlichen Mitgliedern zur Verfügung.
Tobias Hintersatz Verbandskommunikation
Tobias Hintersatz ist beim GVP im Fachbereich Kommunikation tätig und widmet sich dort schwerpunktmäßig den Bereichen Pressearbeit, Redaktion und Social Media. Der studierte Politologe und Kommunikationswissenschaftler ist seit 2018 beim Vorgängerverband BAP und nun beim GVP beschäftigt. Zuvor war er u.a. in einem Unternehmen aus der Gesundheitswirtschaft sowie einem Architektenverband für die Kommunikation verantwortlich.
Telefon: +49 30 206098-5216E-Mail
Welche sind derzeit die größten rechtlichen Herausforderungen für Personaldienstleister und warum ist fundiertes Wissen heute wichtiger denn je?
Jean-Martin Jünger: Die größten rechtlichen Herausforderungen für Personalmanagement ergeben sich derzeit aus der hohen Komplexität und den ständigen Veränderungen des Arbeitsrechts. Personaldienstleistungsunternehmen sind besonders betroffen, weil sie gleichzeitig flexibel auf Marktanforderungen reagieren und eine Vielzahl zwingender gesetzlicher Vorgaben einhalten müssen. Themen wie Arbeitnehmerüberlassung, Equal Pay und Equal Treatment, Befristungen, Arbeitszeit- und Ruhezeitvorschriften, Mitbestimmungsrechte sowie die zunehmende Bedeutung von Compliance und Dokumentationspflichten stehen dabei im Fokus.
Hinzu kommt eine immer dichtere und teils sehr einzelfallbezogene Rechtsprechung, etwa zu Kündigungen, krankheitsbedingten Fehlzeiten, Arbeitszeiterfassung oder dem Umgang mit Low Performern. Fehler führen heute nicht nur zu arbeitsgerichtlichen Verfahren, sondern häufig auch zu erheblichen wirtschaftlichen Nachteilen, Imageschäden und Einschränkungen der unternehmerischen Handlungsfreiheit.
Fundiertes arbeitsrechtliches Wissen ist deshalb wichtiger denn je, weil es die Grundlage für rechtssichere, zugleich pragmatische Personalentscheidungen bildet. Wer die rechtlichen Rahmenbedingungen kennt, kann Risiken realistisch einschätzen, Gestaltungsspielräume nutzen und Konflikte frühzeitig vermeiden. Arbeitsrecht wird damit vom reinen „Reparaturrecht“ zum strategischen Führungsinstrument im modernen Personalmanagement.
Wie gelingt es, rechtssicher zu handeln und gleichzeitig Vertrauen und Bindung zu stärken?
Jean-Martin Jünger: Recht und Empathie sind keine Gegensätze. Im Gegenteil: Rechtssicherheit schafft Transparenz, und Transparenz ist die Basis für Vertrauen. Eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter, der weiß, dass Beurteilungen auf objektiven Kriterien basieren und dass Prozesse (wie bei Fehlzeiten) für alle gleich und fair ablaufen, fühlt sich wertgeschätzt. Wichtig ist dabei der Einklang von Recht und Betriebsklima. Der Schlüssel liegt in der Kommunikation des „Warum“. Wenn ich eine Entscheidung rechtlich begründen kann, wirkt sie nicht willkürlich. Ein rechtssicheres Zeugnis oder ein strukturiertes Kritikgespräch signalisieren Professionalität. Führungskräfte, die die rechtlichen Rahmenbedingungen beherrschen, gewinnen den Rücken frei, um sich auf das menschliche Miteinander zu konzentrieren, statt aus Angst vor Fehlern defensiv zu agieren.
Viele Personalverantwortliche greifen heute auf Vorlagen, Generatoren oder auch KI-Tools zurück – wo liegen aus Ihrer Sicht die größten Risiken bei der automatisierten Zeugniserstellung?
Jean-Martin Jünger: Der Griff zu KI-Tools und Textgeneratoren ist im HR-Alltag absolut nachvollziehbar, denn er spart schlichtweg Zeit. Doch genau hier schnappt die Falle zu: Wer der Software blind vertraut, schafft oft unbewusst enorme rechtliche und strategische Risiken.
Aus arbeitsrechtlicher Sicht lässt sich das Problem auf den Punkt bringen: Effizienz darf niemals auf Kosten der Rechtssicherheit gehen. Das derzeit heißeste Eisen ist dabei die DSGVO. Wer Leistungsdaten, Verhaltensbeurteilungen oder gar Klarnamen von Mitarbeitern in öffentliche KI-Modelle speist, begeht einen glasklaren und schweren Datenschutzverstoß. Ohne eine vertraglich abgesicherte, geschlossene Unternehmens-IT ist die Nutzung kostenloser Online-Tools ein absolutes No-Go.
Hinzu kommt, dass Generatoren und KI dazu neigen, Textbausteine isoliert zu betrachten. Da passt dann die Formulierung zur Teamfähigkeit (Note 3) plötzlich überhaupt nicht zur Gesamtbeurteilung (Note 1). Solche logischen Brüche fliegen HR-Verantwortlichen spätestens beim nächsten Zeugnisberichtigungsverfahren um die Ohren.
Darüber hinaus muss ein rechtssicheres Arbeitszeugnis laut Bundesarbeitsgericht wahr und gleichzeitig wohlwollend sein. Standardisierte KI-Texte klingen jedoch oft steril und austauschbar. Gerade bei Fach- und Führungskräften fehlen dann die individuellen Nuancen und Erfolge, was hochqualifizierte Ex-Mitarbeiter schnell dazu veranlasst, den Rechtsweg einzuschlagen.
Die rechtliche Realität ist daher eindeutig: Die Rechtsprechung verlangt eine in sich schlüssige Gesamtbeurteilung. Ein unüberlegt zusammengewürfeltes Zeugnis ist die perfekte Einladung für einen langwierigen und teuren Streit vor dem Arbeitsgericht.
Welchen Mehrwert werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Ihrem Seminar am 28. Oktober 2026 mitnehmen?
Jean-Martin Jünger: Dieses Seminar ist kein theoretischer Paragraphen-Vortrag, sondern ein echter Werkzeugkasten für den HR-Alltag. Wer teilnimmt, lernt zunächst, KI als sicheren Assistenten zu nutzen: Die Teilnehmenden erfahren exakt, unter welchen technischen und rechtlichen Rahmenbedingungen KI-Tools eingesetzt werden dürfen, um Zeit zu sparen, ohne Haftungsrisiken einzugehen. Darüber hinaus schärfen wir den Blick dafür, Widersprüche sofort zu entlarven – die typischen Stolpersteine automatisierter Texte werden so frühzeitig erkannt, damit fehlerhafte Zeugnisse das Unternehmen erst gar nicht verlassen. Und schließlich gewinnen die Teilnehmenden Formulierungssicherheit bei Trennungen: Sie lernen, wie man auch in schwierigen Fällen – etwa bei verhaltensbedingten Kündigungen oder Leistungsdefiziten – rechtssicher formuliert, um Folgeprozesse im Keim zu ersticken.
Das Ziel des Seminars lässt sich klar auf den Punkt bringen: Am Ende des Tages nimmt jeder Teilnehmer das Wissen mit nach Hause, wie man den Zeugnisprozess durch moderne Tools drastisch beschleunigt und gleichzeitig die absolute Gewissheit hat, dass jedes Dokument vor jedem Arbeitsgericht in Deutschland standhält.
Keine Ergebnisse.
Sie müssen den Inhalt von reCAPTCHA laden, um das Formular abzuschicken. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten mit Drittanbietern ausgetauscht werden.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Turnstile. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Vimeo. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Facebook. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Instagram. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von X. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.