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Suzana Rakun Gesamtverband der Personaldienstleister e.V. (GVP) stv. Leiterin Fachbereich Bildung | Personalentwicklung
Nach dem Studium der Erziehungswissenschaften und Japanologie sowie einem studienbegleitenden Auslandsjahr in Japan arbeitete sie unter anderem bei der Berliner Krebsgesellschaft e.V. und der Stiftung kulturserver.de.Seit 2018 gehört sie dem Verband an und hat dort verschiedene Themen und Projekte im Bildungsbereich bearbeitet. Heute ist sie stellvertretende Leiterin des Fachbereichs Bildung und begleitet insbesondere den Aufbau und die strategische Weiterentwicklung des Verbandsbereichs Personalentwicklung.
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Marc Schüpferling, stellvertretender Vorsitzender des Verbandsbereichs Personalentwicklung (VBPE) sowie Leiter Unternehmensentwicklung und Mitglied der Geschäftsleitung der add-on Personal & Lösungen GmbH, gibt Einblicke in die praktische Umsetzung von Personalentwicklung. Im Interview erläutert er, wie Recruiting, Qualifizierung und Kundenbedarf ineinandergreifen, warum nicht jede Idee sofort funktioniert – und weshalb gerade in der Entwicklung von Potenzialträgern ein echter Mehrwert für Mitarbeitende und Unternehmen liegt.
Herr Schüpferling, wie setzen Sie Personalentwicklung in Ihrem Unternehmen konkret um – und was ist Ihnen dabei besonders wichtig?
Marc Schüpferling: Wir setzen Personalentwicklung ganz konkret so um, dass wir Menschen, die sich bei uns bewerben, nicht nur auf ihre aktuelle Situation hin betrachten. Natürlich schauen wir uns an, welche beruflichen Einsatzmöglichkeiten es auf Basis des heutigen Status quo gibt. Gleichzeitig legen wir aber immer auch eine zweite Brille an: Welche Basis bringt jemand mit? Gibt es Motivation und Interesse, sich über eine Qualifizierung weiterzuentwickeln und damit Perspektiven zu erreichen, die heute vielleicht noch nicht möglich sind?
Denn: Personalentwicklung beginnt mit dem Blick auf Potenziale. Das ist für uns entscheidend. Wir suchen also nicht nur nach einer passgenauen Vermittlung im Hier und Jetzt, sondern fragen immer mit: Welche nächsten Stufen könnten durch Qualifizierung erreichbar werden? Das eröffnet neue Perspektiven – für die Menschen, die zu uns kommen, aber auch für uns als Unternehmen.
Das macht den Ansatz für viele Bewerberinnen und Bewerber zunächst ungewohnt. Wenn wir diese Möglichkeiten dann aber konkret aufzeigen, erleben wir in der Regel eine sehr positive Resonanz. Und für uns ist das mehr als nur Suchen und Vermitteln – es ist zusätzlich auch ein aktives Upskilling. Genau darin liegt ein wichtiger Teil der Wertschöpfung: Weil daraus häufig stabilere Einsätze, passendere Besetzungen und langfristigere Perspektiven entstehen.
Können Sie einmal ganz konkret beschreiben, wie dieser Prozess bei Ihnen abläuft – von der Bewerbung bis zum Einsatz, und welche Rolle dabei die Zusammenarbeit mit Ihrem Bildungsträger spielt?
Marc Schüpferling: Ausgangspunkt ist bei uns zunächst eine ganz klassische Bewerbung. Im ersten Schritt prüfen wir dann: Gibt es hier eher die Möglichkeit, jemanden direkt in ein passendes Jobangebot zu bringen? Oder sehen wir eine sinnvolle Perspektive über eine Qualifizierung?
Wenn wir erkennen, dass durch Weiterbildung zusätzliche Jobmöglichkeiten entstehen können, besprechen wir diesen Weg mit den Kandidatinnen und Kandidaten sehr konkret. Wenn alle Beteiligten ihn als sinnvoll ansehen, nehmen wir unseren unternehmenseigenen Bildungsträger mit ins Boot. Dort laufen dann die entsprechenden Qualifizierungen. Für Unternehmen ohne eigenen Bildungsträger kann das natürlich genauso gut über externe Partner funktionieren. Entscheidend ist, dass diese Zusammenarbeit eng und verlässlich organisiert ist.
Wichtig ist außerdem, dass die Kundenunternehmen möglichst früh eingebunden werden. Recruiting, Vertrieb und Qualifizierung müssen hier sehr eng zusammenarbeiten. Nur so lassen sich Qualifizierungen wirklich an konkrete Bedarfe anpassen. Am Ende geht es darum, gemeinsam auf ein Ziel hinzuarbeiten, Hürden frühzeitig aus dem Weg zu räumen und Lösungen zu entwickeln, die fachlich überzeugen und auch wirtschaftlich tragfähig sind.
Sie arbeiten häufig mit Menschen, deren Potenziale auf dem Arbeitsmarkt nicht immer sofort gesehen werden. Wie gelingt es Ihnen, daraus sowohl für die Mitarbeitenden als auch für Ihr Unternehmen eine echte Perspektive zu entwickeln?
Marc Schüpferling: Wir beschäftigen uns alle mit der demografischen Entwicklung und mit der Frage, wer die Arbeit – gerade im Fachkräftebereich – in Zukunft eigentlich leisten wird. Gleichzeitig verändert sich die Arbeitswelt stark, etwa durch Automatisierung oder KI. In dieser Situation haben wir als Personaldienstleister einen großen Vorteil: Wir führen sehr viele Gespräche mit Menschen, die sich beruflich verändern wollen oder müssen.
Genau darin liegt für mich ein idealer Ansatzpunkt. Diese Menschen sind oft offen für einen neuen Schritt. Wenn man an dieser Stelle das Thema Qualifizierung mitdenkt und als zusätzliches Puzzlestück in den beruflichen Weg einbringt, kann man Potenziale entdecken und tatsächlich heben. Das schafft nicht nur neue Chancen für die Einzelnen, sondern hilft auch dabei, Bedarfe am Markt verlässlicher zu bedienen.
Das wird in der Regel von vielen Seiten positiv aufgenommen – von den Kandidatinnen und Kandidaten selbst, aber auch von Partnern wie Jobcentern, Arbeitsagenturen, Bildungsträgern und Kundenunternehmen. Wer solche Konzepte erläutert, wird als Personaldienstleister oft anders wahrgenommen. Und genau daraus entstehen dann nicht nur neue Perspektiven für Mitarbeitende, sondern auch eine stabile Grundlage für die weitere Entwicklung des eigenen Geschäfts.
Sie beschäftigen sich schon lange mit Personalentwicklung: Gab es Ansätze, die sich in der Praxis nicht bewährt haben – und was haben Sie daraus gelernt?
Marc Schüpferling: Ja, natürlich gab es solche Ansätze. Nicht jede Idee, die auf den ersten Blick sinnvoll erscheint, funktioniert in der Praxis auch wirklich so, wie man es sich vorgestellt hat. Ich würde aber sagen: Häufig war nicht die Richtung falsch, sondern eher der Weg dorthin.
Für mich ist entscheidend, dass Qualifizierungsinhalte nicht isoliert betrachtet werden. Man darf also nicht nur fragen: Was glauben wir, was der Markt brauchen könnte? Man muss die gesamte Kette anschauen: Welche Bedarfe haben unsere Kunden? Welche Anforderungen stellt der Markt, in dem wir tätig sind? Gibt es Berufe oder Themen, für die auch eine passende Förderkulisse besteht? Und schließlich: Gibt es überhaupt eine Zielgruppe, die in diesem Bildungsangebot für sich selbst einen echten Mehrwert erkennt?
Wenn diese Faktoren nicht zusammenpassen, läuft man Gefahr, am Bedarf vorbeizuarbeiten. Das ist uns in der Vergangenheit auch schon passiert – aus Überschwang oder Aktionismus heraus. Entscheidend ist dann aber, daraus zu lernen, zu reflektieren und gegebenenfalls eine andere Richtung einzuschlagen und den Weg fortzusetzen – manchmal muss man dabei auch zur letzten Abzweigung zurückkehren. Genau dieser Erkenntnisgewinn gehört für mich dazu. Denn Personalentwicklung muss nicht nur inhaltlich sinnvoll sein, sondern am Ende auch wirtschaftlich im Markt funktionieren.
Was würden Sie Unternehmen raten, die erste Schritte in der Personalentwicklung gehen möchten?
Marc Schüpferling: Mein erster Rat wäre ganz klar: Suchen Sie den Austausch. Gerade im GVP und im Verbandsbereich Personalentwicklung (VBPE) gibt es viele, die sich seit Jahren mit dem Thema beschäftigen – sei es im Ehrenamt oder im Hauptamt, mit sehr unterschiedlichen Perspektiven und Erfahrungen.
Genau diese Vielfalt ist aus meiner Sicht ein großer Vorteil. Dort kann man besprechen: Was macht Ihr vielleicht schon? Wo wollt Ihr hin? Wo liegen Hürden? Welche Ideen gibt es? Und man bekommt Anregungen auf Augenhöhe von Unternehmen, die sich mit genau diesen Fragen bereits intensiv auseinandergesetzt haben.
Wenn ich heute zurückblicke auf die Anfänge bei uns, wäre ich froh gewesen, wenn es diese Anlaufstelle damals schon gegeben hätte. Dann hätten wir uns die eine oder andere Schleife vielleicht sparen können. Deshalb mein klarer Rat: Klein anfangen, den Austausch suchen und sich Unterstützung holen. Man muss nicht sofort alles perfekt aufbauen – aber man sollte anfangen, das Thema Personalentwicklung bewusst anzugehen und von Beginn an so zu denken, dass daraus Schritt für Schritt ein tragfähiger Nutzen für Mitarbeitende und Unternehmen entsteht.
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