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Daniela Kopte Gesamtverband der Personaldienstleister e.V. (GVP) Seminarkonzeption und Koordination
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Frau Khan, was war 2023 der Auslöser für Sie, Personalentwicklung als Geschäftsfeld aufzubauen?
Fathima Khan: Personalentwicklung war für uns 2023 kein völlig neues Thema. Die Profiler GmbH war bereits seit mehreren Jahren AZAV-zertifizierter Bildungsträger. Wir hatten eigene digitale Lerninhalte und Kurse entwickelt und Qualifizierungen für Kundinnen und Kunden der Bundesagentur für Arbeit durchgeführt. Gleichzeitig haben wir in unserer täglichen Arbeit immer stärker gesehen, dass Recruiting allein viele Probleme der Unternehmen nicht löst. Gerade bei schwer zu besetzenden Positionen reicht es oft nicht, nur nach Personen zu suchen, die bereits alle Anforderungen erfüllen. Unternehmen müssen auch bereit sein, vorhandene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie geeignete Kandidatinnen und Kandidaten weiterzuentwickeln. Für mich war deshalb 2023 der richtige Zeitpunkt, unsere Erfahrungen aus Recruiting, HR-Beratung und Weiterbildung stärker miteinander zu verbinden und Personalentwicklung als eigenständiges Geschäftsfeld weiter auszubauen.
Welche Impulse aus dem Online-Seminar haben für Sie den entscheidenden Unterschied gemacht?
Fathima Khan: Das Seminar hat mir geholfen, viele Dinge, die wir bereits praktisch umgesetzt hatten, strukturierter zu betrachten. Besonders wichtig war für mich die Erkenntnis, dass Personalentwicklung nicht erst mit der Auswahl eines Trainings beginnt. Am Anfang steht immer die Frage: Wo möchte das Unternehmen hin und welche Kompetenzen werden dafür benötigt? Danach muss man prüfen, welche Fähigkeiten bereits vorhanden sind und wo tatsächlich Entwicklungsbedarf besteht. Erst dann kann entschieden werden, welche Maßnahme sinnvoll ist. Das Seminar hat mich außerdem darin bestärkt, die Interessen des Unternehmens und die Entwicklungsmöglichkeiten der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gemeinsam zu betrachten. Personalentwicklung funktioniert aus meiner Sicht besonders gut, wenn beide Seiten einen konkreten Nutzen darin erkennen.
Was hat sich seitdem konkret in Ihrem Unternehmen im Bereich Personalentwicklung entwickelt?
Fathima Khan: Wir haben Personalentwicklung seitdem stärker mit unseren anderen Leistungen verbunden. Früher wurden Recruiting, Beratung und Weiterbildung eher als einzelne Bereiche betrachtet. Heute schauen wir viel stärker auf das Zusammenspiel. Wenn ein Unternehmen beispielsweise Schwierigkeiten hat, bestimmte Positionen zu besetzen, prüfen wir nicht nur den externen Bewerbermarkt. Wir betrachten auch, welche Kompetenzen intern vorhanden sind, welche Mitarbeitenden weiterentwickelt werden könnten und welche Qualifizierungen dafür notwendig wären. Dabei helfen uns unsere unterschiedlichen Erfahrungen sehr: Wir kennen den Recruitingmarkt, haben eigene Lerninhalte und digitale Kurse entwickelt und Unternehmen in verschiedenen HR-Fragen beraten. Diese Perspektiven führen wir heute gezielter zusammen.
Welche Rolle spielen heute HR-Beratung, Recruiting, Kompetenzentwicklung und Trainings in Ihrem Angebot?
Fathima Khan: Alle vier Bereiche gehören für uns eng zusammen. Im Recruiting geht es nicht nur darum, eine Person zu finden, die eine Stellenbeschreibung möglichst vollständig erfüllt. Wir schauen auch auf Entwicklungspotenziale und auf die Frage, ob eine langfristige Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Kandidatin oder Kandidat entstehen kann. In der HR-Beratung beschäftigen wir uns unter anderem mit Personalstrategien, HR-Prozessen und der Frage, welche Kompetenzen ein Unternehmen zukünftig benötigt. Trainings und andere Entwicklungsmaßnahmen setzen dort an, wo konkrete Kompetenzlücken festgestellt wurden. Wichtig ist uns dabei, keine Standardlösung anzubieten, nur weil ein bestimmtes Thema gerade gefragt ist. Die Maßnahme muss zum Unternehmen, zu den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und zum tatsächlichen Bedarf passen. Manchmal reicht ein gezieltes Training. In anderen Fällen ist ein längerfristiger Entwicklungsprozess sinnvoller.
Welche Bedarfe sehen Sie aktuell bei Ihren Kunden im Bereich Personalentwicklung am stärksten?
Fathima Khan: Viele Unternehmen stehen momentan vor der Herausforderung, mit weniger Ressourcen gleichzeitig sehr große Veränderungen bewältigen zu müssen. Digitalisierung, künstliche Intelligenz, neue gesetzliche Anforderungen und der Fachkräftemangel verändern Aufgaben und Berufsbilder teilweise sehr schnell. Entsprechend groß ist der Bedarf an Upskilling und Reskilling. Unternehmen müssen vorhandene Kompetenzen weiterentwickeln und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf neue Aufgaben vorbereiten. Häufig fehlt ihnen aber zunächst ein klarer Überblick darüber, welche Kompetenzen bereits vorhanden sind und welche zukünftig benötigt werden. Daneben sehe ich einen wachsenden Bedarf bei Führungskräfteentwicklung, Veränderungskompetenz und dem Aufbau einer funktionierenden Lernkultur. Besonders kleine und mittelständische Unternehmen brauchen dafür pragmatische Lösungen, die sich gut in den Arbeitsalltag integrieren lassen und deren Nutzen auch tatsächlich erkennbar ist.
Welchen Rat würden Sie Personaldienstleistern geben, die Personalentwicklung als Geschäftsfeld aufbauen möchten?
Fathima Khan: Ich würde nicht mit einem großen Trainingskatalog beginnen. Der erste Schritt sollte immer sein, mit den Kunden zu sprechen und genau zuzuhören: Wo liegen ihre Schwierigkeiten? Welche Kompetenzen fehlen? Und für welche Themen besteht wirklich eine Nachfrage? Personaldienstleister haben hier einen großen Vorteil. Sie kennen sowohl die Anforderungen der Unternehmen als auch die Erwartungen und Entwicklungsmöglichkeiten der Beschäftigten und Bewerbenden. Dieses Wissen ist eine sehr gute Grundlage für praxisnahe Angebote. Mein Rat wäre, zunächst mit wenigen, klar ausgewählten Themen zu starten und erste Erfahrungen zu sammeln. Nicht alles wird sofort funktionieren, und das ist auch in Ordnung. Entscheidend ist, aus den ersten Projekten zu lernen und das Angebot Schritt für Schritt weiterzuentwickeln. Personalentwicklung sollte dabei nicht als kurzfristiges Zusatzgeschäft gesehen werden. Wenn sie gut gemacht ist, schafft sie langfristigen Nutzen – für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, für die Kundenunternehmen und auch für den Personaldienstleister selbst.
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