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Tobias Hintersatz Verbandskommunikation
Tobias Hintersatz ist beim GVP im Fachbereich Kommunikation tätig und widmet sich dort schwerpunktmäßig den Bereichen Pressearbeit, Redaktion und Social Media. Der studierte Politologe und Kommunikationswissenschaftler ist seit 2018 beim Vorgängerverband BAP und nun beim GVP beschäftigt. Zuvor war er u.a. in einem Unternehmen aus der Gesundheitswirtschaft sowie einem Architektenverband für die Kommunikation verantwortlich.
Telefon: +49 30 206098-5216E-Mail
Herr Ricker, in ihrem Online-Seminar sprechen Sie von den „letzten 100 Tagen des Jahres“. Welche drei Vertriebs- oder Recruitingmaßnahmen erzielen aus Ihrer Erfahrung bei Personaldienstleistern in dieser Phase den größten Effekt und welche Aktivitäten kosten zwar Zeit, bringen aber oft zu wenig Ergebnis?
Gerrit Ricker: Die letzten 100 Tage sind aus meiner Sicht nicht die Zeit für blinden Aktionismus, aber genauso wenig die Zeit, sich auf dem bisher Erreichten auszuruhen. Entscheidend ist Konsequenz: Die Tarifanpassung zum 1. September sollte aktiv genutzt werden, um Preise und idealerweise auch Margen anzupassen, gleichzeitig müssen Vertriebs- und Recruitingaktivitäten konsequent weiterlaufen. Gerade zum Jahresende erlebe ich häufig, dass die Schlagzahl langsam heruntergefahren wird – dabei steht das neue Jahr schneller vor der Tür, als man denkt. Wer 2027 erfolgreich starten will, muss deshalb bereits jetzt die Grundlage dafür schaffen. Eine gezielte Vertriebsaktion, gerne auch mit interner Gamification, kann zusätzlich neue Energie ins Team bringen. Am Ende geht es aber nicht um möglichst viel Aktionismus, sondern um Kontinuität, Konsequenz und darum, die richtigen Aktivitäten bis zum Jahresende wirklich durchzuziehen.
Viele Personaldienstleister konzentrieren sich stark auf die Neukundengewinnung. Wo sehen Sie derzeit die größten Umsatz- und Margenpotenziale bei bestehenden Kunden und wie können Jahresgespräche gezielt genutzt werden, um diese Potenziale zu erschließen?
Gerrit Ricker: Für mich ist das kein Entweder-oder: Neukundenakquise bleibt wichtig, gerade um neue und besetzbare Aufträge zu gewinnen, gleichzeitig steckt aber auch bei bestehenden Kunden erhebliches Potenzial, wenn wir präsent bleiben und wirklich verstehen, was sie aktuell beschäftigt. Gerade weil sich die Arbeitnehmerüberlassung verändert und das klassische Geschäft vielerorts rückläufig ist, sollten wir uns stärker die Frage stellen, wie wir unseren Kunden auch zukünftig Flexibilität bieten und gemeinsam neue Lösungen oder Projekte entwickeln können. Jahresgespräche sind dafür eine große Chance. Sie sollten nicht nur dazu dienen, auf das vergangene Jahr zurückzublicken oder Verrechnungssätze zu besprechen, sondern vor allem dazu, die Herausforderungen und Planungen des Kunden für die nächsten Jahre zu verstehen. Wenn wir diese Herausforderungen ein Stück weit zu unseren eigenen machen und uns als Teil der Lösung positionieren, entstehen daraus häufig ganz neue Umsatz- und Margenpotenziale, auch jenseits des klassischen Geschäfts.
Wenn Sie einer Führungskraft in der Personaldienstleistung nur einen Rat für die Vorbereitung auf 2027 geben dürften: Welche Weichen sollte sie bereits heute stellen, damit das neue Jahr nicht mit Aktionismus, sondern mit einem klaren Wettbewerbsvorteil beginnt?
Gerrit Ricker: Mein wichtigster Rat wäre: Klarheit schaffen und den Fokus frühzeitig setzen. Natürlich hängt die konkrete Vorbereitung immer davon ab, wo das eigene Unternehmen derzeit steht und welche Herausforderungen 2027 anstehen. Aber genau diese Fragen sollten nicht erst im Januar beantwortet werden. Eine gute Vorbereitung ist das A und O, um sich nicht in zu vielen Themen gleichzeitig zu verrennen und stattdessen die richtigen Prioritäten zu setzen. Gerade das erste Quartal ist in unserer Branche enorm wichtig, da muss das Team möglichst direkt auf Betriebstemperatur sein und performen. Wer seine Ziele, Schwerpunkte und vertrieblichen wie auch Recruiting-Prioritäten bereits zum Jahresende klar definiert und vorbereitet, startet nicht mit Aktionismus ins neue Jahr, sondern mit einem konkreten Plan und einem echten Vorsprung.
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