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Tobias Hintersatz Verbandskommunikation
Tobias Hintersatz ist beim GVP im Fachbereich Kommunikation tätig und widmet sich dort schwerpunktmäßig den Bereichen Pressearbeit, Redaktion und Social Media. Der studierte Politologe und Kommunikationswissenschaftler ist seit 2018 beim Vorgängerverband BAP und nun beim GVP beschäftigt. Zuvor war er u.a. in einem Unternehmen aus der Gesundheitswirtschaft sowie einem Architektenverband für die Kommunikation verantwortlich.
Telefon: +49 30 206098-5216E-Mail
Die Zahl der Arbeitslosen ist im August gegenüber dem Vormonat um 54.000 bzw. 2 Prozent auf 3,061 Millionen Menschen gestiegen. Ein Zuwachs im August ist üblich, da in zahlreichen Bundesländern noch Ferien sind und Betriebe Einstellungen aufschieben. Verglichen mit dem Durchschnitt der vergangenen drei Jahre (+62.000) fällt der Anstieg sogar vergleichsweise moderat aus. Saisonbereinigt errechnet die Bundesagentur für Arbeit (BA) lediglich eine Zunahme um 4.000. Gegenüber dem Vorjahresmonat liegt die Gesamtzahl der Arbeitslosen um 36.000 höher. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,1 Prozentpunkte auf 6,5 Prozent.
Die Nachfrage nach neuen Arbeitskräften bewegt sich weiter auf niedrigem Niveau, liegt im Vorjahresvergleich aber im Plus. Im August waren der BA 656.000 Stellen gemeldet, 25.000 oder 4,0 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Die Erwerbstätigkeit sank im Juli saisonbereinigt um 14.000 und lag mit 45,66 Millionen um 226.000 bzw. 0,5 Prozent unter dem Vorjahreswert. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung legte im Juni saisonbereinigt minimal um 1.000 zu und summierte sich auf 34,81 Millionen – 73.000 oder 0,2 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.
Die Inanspruchnahme konjunktureller Kurzarbeit bleibt im langjährigen Vergleich etwas erhöht. So erhielten im Juni 140.000 Beschäftigte konjunkturelles Kurzarbeitergeld – etwas mehr als im Vormonat, aber 55.000 weniger als ein Jahr zuvor. Die Kurzarbeiterquote lag bei 0,4 Prozent. Bei den Anzeigen, die als Frühindikator gelten, zeigten Betriebe vom 1. bis 24. August für 14.000 Personen konjunkturelle Kurzarbeit an.
In der Zeitarbeit hat die Beschäftigung im Juni spürbar zugelegt. Nach aktuellen Angaben der BA waren 537.200 Personen sozialversicherungspflichtig in der Arbeitnehmerüberlassung beschäftigt – 13.100 bzw. 2,5 Prozent mehr als im Vormonat. Auch im Jahresvergleich hellt sich das Bild auf: Gegenüber Juni 2025 beträgt der Rückgang 22.300 bzw. 4,0 Prozent, im April hatte das Minus noch bei 5,9 Prozent gelegen. Gemessen an anderen konjunkturabhängigen Branchen fällt der Rückgang zudem gering aus. So gingen im Verarbeitenden Gewerbe im selben Zeitraum 170.500 sozialversicherungspflichtige Stellen verloren.
Zwischen Konjunktur und Arbeitsmarkt öffnet sich derzeit eine Schere. Das Bruttoinlandsprodukt legte im zweiten Quartal um 0,3 Prozent zu, das Geschäftsklima hat sich im August erneut aufgehellt und einen Jahreshöchstwert erreicht. Am Arbeitsmarkt ist davon bislang wenig angekommen und auch das IAB-Arbeitsmarktbarometer verharrte im August unverändert bei 99,5 Punkten. Ob sich die bessere Stimmung in den kommenden Monaten in Einstellungen übersetzt, hängt vor allem davon ab, ob Binnennachfrage und Investitionen nachziehen und ob die zuletzt wieder höhere Inflation von 2,8 Prozent die Kaufkraft nicht weiter bremst. Erfahrungsgemäß reagiert die Zeitarbeit als Erste, wenn die Nachfrage anzieht – das Juni-Plus könnte insofern ein erstes ermutigendes Signal sein.
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