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Gesamtverband der Personaldienstleister e.V.
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Welche sind derzeit die größten rechtlichen Herausforderungen für Personaldienstleister und warum ist fundiertes Wissen heute wichtiger denn je?
Jean-Martin Jünger: Die größten rechtlichen Herausforderungen für Personalmanagement ergeben sich derzeit aus der hohen Komplexität und den ständigen Veränderungen des Arbeitsrechts. Personaldienstleistungsunternehmen sind besonders betroffen, weil sie gleichzeitig flexibel auf Marktanforderungen reagieren und eine Vielzahl zwingender gesetzlicher Vorgaben einhalten müssen. Themen wie Arbeitnehmerüberlassung, Equal Pay und Equal Treatment, Befristungen, Arbeitszeit- und Ruhezeitvorschriften, Mitbestimmungsrechte sowie die zunehmende Bedeutung von Compliance und Dokumentationspflichten stehen dabei im Fokus.
Hinzu kommt eine immer dichtere und teils sehr einzelfallbezogene Rechtsprechung, etwa zu Kündigungen, krankheitsbedingten Fehlzeiten, Arbeitszeiterfassung oder dem Umgang mit Low Performern. Fehler führen heute nicht nur zu arbeitsgerichtlichen Verfahren, sondern häufig auch zu erheblichen wirtschaftlichen Nachteilen, Imageschäden und Einschränkungen der unternehmerischen Handlungsfreiheit.
Fundiertes arbeitsrechtliches Wissen ist deshalb wichtiger denn je, weil es die Grundlage für rechtssichere, zugleich pragmatische Personalentscheidungen bildet. Wer die rechtlichen Rahmenbedingungen kennt, kann Risiken realistisch einschätzen, Gestaltungsspielräume nutzen und Konflikte frühzeitig vermeiden. Arbeitsrecht wird damit vom reinen „Reparaturrecht“ zum strategischen Führungsinstrument im modernen Personalmanagement.
Welche typischen Fehler begegnen Ihnen immer wieder – und wie können Führungskräfte diesen vorbeugen?
Jean-Martin Jünger: In meiner Beratungspraxis erlebe ich häufig, dass arbeitsrechtliche Konflikte weniger aus bewussten Pflichtverstößen entstehen, sondern aus Unklarheit, Zeitdruck oder fehlenden Standards. Typische Fehler sind unpräzise Arbeitsverträge, unzureichend dokumentierte Leistungs- oder Fehlzeitengespräche, formale Mängel bei Abmahnungen sowie vorschnelle Kündigungen ohne sorgfältige rechtliche Prüfung. Auch der informelle Umgang mit sensiblen Themen wie Krankheit oder Leistung führt immer wieder zu Problemen.
Vorbeugung gelingt vor allem durch klare rechtliche Leitplanken: standardisierte Prozesse, rechtssichere Muster, eine saubere Dokumentation und geschulte Führungskräfte, die wissen, wann sie handeln dürfen - und wann Zurückhaltung geboten ist. Entscheidend ist dabei nicht, jedes Detail auswendig zu kennen, sondern ein solides Grundverständnis für rechtliche Risiken und Eskalationspunkte zu entwickeln.
Wie gelingt es, rechtssicher zu handeln und gleichzeitig Vertrauen und Bindung zu stärken?
Jean-Martin Jünger: Recht und Empathie sind keine Gegensätze. Im Gegenteil: Rechtssicherheit schafft Transparenz, und Transparenz ist die Basis für Vertrauen. Eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter, der weiß, dass Beurteilungen auf objektiven Kriterien basieren und dass Prozesse (wie bei Fehlzeiten) für alle gleich und fair ablaufen, fühlt sich wertgeschätzt. Wichtig ist dabei der Einklang von Recht und Betriebsklima. Der Schlüssel liegt in der Kommunikation des „Warum“. Wenn ich eine Entscheidung rechtlich begründen kann, wirkt sie nicht willkürlich. Ein rechtssicheres Zeugnis oder ein strukturiertes Kritikgespräch signalisieren Professionalität. Führungskräfte, die die rechtlichen Rahmenbedingungen beherrschen, gewinnen den Rücken frei, um sich auf das menschliche Miteinander zu konzentrieren, statt aus Angst vor Fehlern defensiv zu agieren.
Was unterscheidet ihre Online-Seminare von anderen und welchen Mehrwert nehmen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit?
Jean-Martin Jünger: Meine Seminare sind keine Vorlesungen über Gesetzestexte, sondern „Werkstatt-Sitzungen“ für die Praxis. Wir übersetzen komplexe Paragrafen in die Sprache der Personaldienstleistung. Der Fokus liegt nicht auf der Theorie des Elfenbeinturms, sondern auf der Frage: „Was mache ich morgen früh um 08:00 Uhr, wenn dieser Fall auf meinem Schreibtisch liegt?“ Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nehmen nicht nur Wissen mit, sondern konkrete Handlungssicherheit. Wir arbeiten mit echten Fallbeispielen aus der Branche, nutzen interaktive Tools zur Problemlösung und stellen direkt einsetzbare Checklisten bereit. Mein Ziel ist es, dass jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer das Seminar mit dem Gefühl verlässt: Ich bin für die nächste Prüfung oder das nächste schwierige Mitarbeitergespräch bestens gerüstet.
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