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Tobias Hintersatz Verbandskommunikation
Tobias Hintersatz ist beim GVP im Fachbereich Kommunikation tätig und widmet sich dort schwerpunktmäßig den Bereichen Pressearbeit, Redaktion und Social Media. Der studierte Politologe und Kommunikationswissenschaftler ist seit 2018 beim Vorgängerverband BAP und nun beim GVP beschäftigt. Zuvor war er u.a. in einem Unternehmen aus der Gesundheitswirtschaft sowie einem Architektenverband für die Kommunikation verantwortlich.
Telefon: +49 30 206098-5216E-Mail
„Einerseits ist die Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit Personalvermittlungen deutlich gestiegen, insbesondere auf Seite der Kandidatinnen und Kandidaten. Andererseits nehmen Kostendruck und steigende Erwartungen auf Unternehmensseite spürbar zu.“ Im Interview mit dem Arbeitsblog erläutert Judith Pasternak die wesentlichen Ergebnisse der 360-Grad-Studie „Barometer Personalvermittlung 2025“ des GVP. Sie zeigten eine Branche, die sich in einem Spannungsfeld aus neuen Chancen und wachsenden Herausforderungen bewege, so dass die aktuelle Stimmung sehr ambivalent sei.
Vor allem Kandidatinnen und Kandidaten würden Personalvermittlungen heute zunehmend als strategische Karrierebegleiter ansehen. „Viele, die den Job wechseln wollen, nutzen unsere Unterstützung ganz bewusst“, betont Pasternak. Gerade Young Professionals profitierten von Orientierung und professionellem Sparring, während Fach- und Führungskräfte Diskretion und Zugang zu nicht öffentlich ausgeschriebenen Positionen schätzten. Hinzu komme, dass Personalvermittler verstärkt auf Werte und Cultural Fit achteten – ein Aspekt, der Vertrauen schaffe und langfristige Bindung fördere.
Dem wachsenden Vertrauen auf Kandidatenseite stünde jedoch eine kritischere Wahrnehmung auf Kundenseite gegenüber. Die Studie zeige, dass die Zufriedenheit mit der Qualität der Vermittlungen gesunken sei. Für Pasternak liege ein wesentlicher Grund in fehlender Transparenz: „Wenn ein Kunde den Aufwand, die Zwischenschritte und die Abstimmungen nicht sieht, wirkt unser Prozess wie eine Blackbox.“ Um echte Partnerschaften zu etablieren, müsse die Branche ihre Prozesse klarer kommunizieren und Feedback verbindlicher gestalten.
Ein zentrales Ergebnis des Barometers betreffe zudem die Erfolgs- und Besetzungsquoten, die trotz steigender Nachfrage hinter den Erwartungen zurückbleiben würden. Pasternak sieht hier vor allem ein Mismatch zwischen Anforderungen, Profilen und tatsächlicher Auswahl. Erfolgreich seien vor allem spezialisierte Personalvermittlungen, die ihre Märkte und Zielgruppen tief kennen. „Wer ‚alles ein bisschen‘ macht, wird in diesem Markt Schwierigkeiten haben“, so Pasternak.
Besonders deutlich werde die Bedeutung professioneller Matching-Prozesse. Das Barometer zeige, dass vorhandene Kandidatenpools häufig nicht systematisch genutzt würden. Für Pasternak sei klar: „Ohne professionelles Matching verpufft jeder Auftrag – das ist der zentrale Hebel.“ Matching bedeute weit mehr als das Prüfen von Lebensläufen, denn es gehe um Erfahrung, Nuancen und realistische Einschätzungen, die weder automatisiert noch standardisiert abgebildet werden könnten.
Auch im Vertrieb und in der Neukundengewinnung würden sich Veränderungen abzeichnen. Laut Barometer sehen 84,6 Prozent der befragten Unternehmen die Akquise als entscheidenden Hebel für den Geschäftserfolg an. Dabei gelte mehr denn je: Qualität vor Quantität. „Die Kunden erwarten heute qualifizierte Profile, passende Soft Skills und schnelle, transparente Prozesse“, erklärt Pasternak. Klassische Kaltakquise verliere an Bedeutung, während Beratungsqualität und echtes Marktverständnis an Gewicht gewännen.
Mit Sorge blicke sie auf den Trend, dass immer mehr Personaldienstleister die Personalvermittlung nur als Zusatzgeschäft betreiben würden. Kurzfristig erhöhe dies zwar den Wettbewerbsdruck, langfristig drohten jedoch Qualitätseinbußen, die das Image der gesamten Branche beschädigen könnten. Eine schlechte Erfahrung werde häufig verallgemeinert – mit negativen Folgen für alle professionell arbeitenden Marktteilnehmer.
Für nachhaltiges Wachstum im Jahr 2026 sehe Pasternak mehrere Stellschrauben: konsequente Spezialisierung, professionelles Matching, kundennahen Vertrieb und den gezielten Einsatz von Technologie. Entscheidend sei dabei auch die Qualifizierung der eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Es gelte: „Wenn wir verbindlicher arbeiten, unsere Beratungsleistung selbstbewusst kommunizieren und branchenweite Qualitätsstandards stärker sichtbar machen, gewinnen alle: Kandidaten, Unternehmen – und wir als Branche."
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